Grundlage der Migräne ist eine Reizverarbeitungsstörung. Vererbung spielt bei der Migräne ebenfalls eine wichtige Rolle. Es wir die Bereitschaft vererbt, in bestimmten Reizsituationen eine Migräneattacke zu entwickeln.

Die Abläufe einer Migräne kann mit einem Sonnenbrand verglichen werden. Mit einer hellen Hautfarbe wird die Bereitschaft vererbt, einen Sonnenbrand zu entwickeln, wenn man sich zu lange unter der Sonne aufhält. In diesem Fall ist die Sonne die Reizsituation. Die Reizsituationen bei der Migräne sind die sogenannte Auslösefaktoren.
Ungewöhnliche Reize bzw. Stressfaktoren, sogenannte Triggerfaktoren, sind dafür verantwortlich, dass in den Nervenfasern des 5. Hirnnerves (Nervus Trigeminus) Botenstoffe wie das Calcitonin Gene-Related Peptid (CGRP) freigesetzt werden, die zu einer Erweiterung der Blutgefäße in der Hirnhaut führen und dort örtlich begrenzt eine Entzündung hervorrufen. Diese Vorgänge bewirken eine Überempfindlichkeit der Schmerzfühler, so dass bereits das Pulsieren der Blutgefäße von den Betroffenen als hämmernder Migränekopfschmerz wahrgenommen wird.


Verlauf einer Attacke

Im Verlauf einer Attacke können bis zu vier Phasen unterschieden werden:

1. Prodromalstadium

Die erste Phase ist die sogenannte Prodromal-Phase. Circa 30 % der betroffenen Menschen bemerken erste Anzeichen des kommendenen Migräneanfalls. Sie kündigt die Migräneattacke bereits Stunden oder Tage vor dem eigentlichen Schmerz an. Die wichtigsten Vorboten sind häufiges Gähnen, Appetit auf Süßigkeiten, Stimmungsschwankungen, Störungen im Flüssigkeitshaushalt, Leistungsminderung oder gelegentlich auch Leistungssteigerung.

2. Aura

Bei circa 10 % der Betroffenen beginnt die Migräne mit einer Aura. Die Auraphase tritt meistens vor der Kopfschmerzphase auf.
Die Symptome treten nicht wie beim Schlaganfall schlagartig auf.
Alle Auraformen halten meist weniger als 60 Minuten an und bilden sich komplett zurück. Selten kann eine Aura von über 60 Minuten vorkommen, diese wird als prolongierte Aura bezeichnet.

3. Kopfschmerzphase

Die eigentliche Kopfschmerzphase beginnt meist morgens oder nachts und erreicht nach 15 Minuten bis 2 Stunden ihren Höhepunkt. Die Kopfschmerzphase kann in jeder Region des Kopfes auftreten und ist charakterisiert durch einen typischerweise einseitig auftretenden Kopfschmerz. Der Kopfschmerz wird häufig als pulsierend oder hämmernd erlebt und kann 4-72 Stunden anhalten. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit kann zusätzlich auftreten. Typischerweise körperliche Belastungen wie z. Bsp.  bücken oder treppensteigen verstärkt die Kopfschmerzen. Die Betroffenen legen sich in´s Bett, möchten Ruhe haben und verlangen eine Verdunkelung des Zimmers.

4. Erholungsphase
Auf die Phase des Schmerzes folgt die so genannte Postdromal-Phase. Dabei tritt häufig Müdigkeit und häufiges Wasserlassen auf.