Therapie

 

Zuerst sollte eine Aufklärung über die zu häufige Einnahme im Zusammenhang der chronischen Kopfschmerzen erfolgen.


Die Therapie bedeutet nach Aufklärung ein gleichzeitiges Absetzen aller Kopfschmerzmittel für mindestens zwei Wochen.


Die Kopfschmerzmittelpause kann ambulant oder stationär erfolgen, wobei meistens eine ambulante Kopfschmerzmittelpause möglich ist.


Ein stationärer Aufenthalt wird empfohlen bei

  • Patienten: die schon mehrere erfolglose Kopfschmerzmittelpausen durchgeführt haben,
  • die Angst vor der ambulanten Kopfschmerzmittelpause haben,
  • bei hohem Leistungsanspruch und Angst auszufallen,
  • bei dem Gebrauch von Kombinationsanalgetika mit Codein,   
    Opioiden oder zusätzlicher Einnahme von Beruhigungsmitteln,
  • bei psychischen Komorbiditäten.

 

Während der Kopfschmerzmittelpause können innerhalb von ca. zehn Tagen verstärkte Kopfschmerzen, Unruhe, Schlafstörungen, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Puls und niedriger Blutdruck auftreten.


In der Regel steigt die Intensität des Kopfschmerzes vom 1. bis zum 4. Tag nach Beginn der Kopfschmerzmittelpause und normalisiert sich bis zum 8. Tag. Gelegentlich ist auch eine Überbrückungstherapie mit Kortikoiden notwendig.

Durch die Kopfschmerzmittelpause kann laut einer Untersuchung eine Reduktion der Kopfschmerztage bei Migräne von 51%, bei Patienten mit Kopfschmerz vom Spannungstyp von 18% und bei Patienten mit kombinierter Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp von 33% erreicht werden.
Nach der Pause sollte ein Kopfschmerzkalender geführt werden.
Leider werden im Verlauf der ersten sechs Monate nach der Kopfschmerzmittelpause ca. 30% der Patienten rückfällig. Daher sollte parallel zur Medikamentenpause eine Prophylaxe des zugrunde liegenden primären Kopfschmerzes  eingeleitet werden. Ebenfalls wird nach der Medikamentenpause eine engmaschige neurologische und psychologische Weiterbetreuung empfohlen.

Zur Vermeidung von Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch sollten Kopfschmerzmittel höchstens an zehn Tagen pro Monat und höchstens drei Tage hintereinander  eingenommen werden.