Therapie
1. Akut-Therapie
a. Inhalation von 100%-igen Sauerstoff über eine Hochkonzentrationsmaske mit Reservoirbeutel und Rückschlagventilen. Es wird empfohlen, 12 Liter/Minute für 15-20 Minuten zu inhalieren. Dabei sitzt der Betroffene in einer vornübergebeugtern Haltung. Diese Therapie führt bei ca. 70% der Fälle innerhalb von 15 Minuten zu einer Beendigung der Attacke. Sauerstoff hat den Vorteil praktisch nebenwirkungsfrei zu sein und es gibt keine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten.
b. Triptane
Sumatriptan unter die Haut (subcutan) injizieren. Alternativ kann auch Sumatriptan oder Zolmitriptan Nasenspray (in der nichtbetroffenen Seite) eingesetzt werden.
Die subkutane Injektion von Sumatriptan führt bei ca. 75% der Patienten innerhalb von 15 Minuten zur kompletten Beschwerdefreiheit.
c. 1 ml 4%-ige Lidocain- Lösung mittels einer Nasalpipette in das betroffene Nasenloch der schmerzenden Kopfseite eintropfen. Der Kopf muss dabei um etwa 45 Grad zurückgelehnt und 30-40 Grad zur betroffenen Seite hin gedreht werden. Lidocain unterbricht bei ca. 25-30% der Betroffenen die Attacke.
2. Vorbeugung
Bei chronischem Cluster-Kopfschmerz und bei länger als 3 Monate dauerndem episodischen Cluster- Kopfschmerz ist Verapamil das Mittel der ersten Wahl.
Die Tagesdosis muss individuell eingestellt werden.
Das Medikament ist gut verträglich, die Wirkung tritt erst nach zwei bis drei Wochen ein.
Bei Clusterepisoden, die kürzer als 2 Monaten dauern, sind Methysergid oder Prednisolon Mittel der ersten Wahl. Die Wirkung bei Methysergid tritt bereits nach drei bis sieben Tagen ein. Methysergid sollte nur bis zu drei Monate eingenommen werden. Prednisolon sollte wegen ihre Nebenwirkungen ebenfalls nicht dauerhaft eingenommen werden.
Lithiumcarbonat ist das Mittel der 2. Wahl bei Cluster-Kopfschmerz.
Wenn Verapamil und Lithiumcarbonat nicht zu einer Besserung führt, kann es auch ein Versuch mit Topiramat, Pizotifen oder Valproinsäure unternommen werden.